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Montag, 7. August 2017

Workshop - Gelatinedruck mit Pflanzen



Jetzt in den Sommerferien habe ich endlich die Zeit gefunden, den Beitrag über den Workshop mit Carmen (ein schweizer Garten) & Pascale Treichler zum Thema Gelatinedruck zu schreiben. Da wir mit frischen Pflanzenmaterial aus dem Garten arbeiten wollten, kam dieses Jahr frühestens ein Termin im April in Frage.

Die Vorbereitung: 
Ich habe saubere Backbleche in der Grösse von ca. 20x30 cm für jeden verwendet. Eines davon mit Wasser aufgefüllt, zurück in ein Litermass und dann sollte es die 4-fach Menge (Rezept auf der Packung) sein. Nach Anleitung einweichen und aufkochen. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in das Blech füllen und mit Zeitungspapier die Luftblasen an den Rand streichen. Die Gelatine-Platten müssen über Nacht aushärten. Im Kühlschrank oder wenn's draussen nachts um die 5°C ist das viel besser, denn man muss nicht den halben Kühlschrank ausräumen und gekleckerte Gelatine aufputzen :-) 
Ich habe mich beim Ausrechnen der Menge bei Einkauf vertan und wir hatten nur die 3-fache Menge Gelatine, was die Platten sehr weich gemacht hat. 
Dann braucht es für jeden Arbeitsplatz noch eine Glasscheibe (z.B. von Bilderrahmen ausgeliehen) und Farbrollen. Als Druckfarbe haben wir Linol-Druckfarbe verwendet. Kein Kopierpapier, sondern einen Block für's Skizzieren mit ca. 180g/m2. Den Tisch natürlich gut abgedeckt.


Neben dem Pflanzmaterial (bei mir: Löwenzahn, Vergissmeinnicht und Unkraut vom Garten, sowie Zweige der Hecken) hatte ich auch Federn und ein Zwiebelnetz bereit gelegt. Fast vergessen: Den Wäscheständer und Klammer bereit stellen.


Die Anwendung:
Etwas von der gewünschten Farbe auf die Glasscheibe drücken und mit der Farbrolle so lange durch die Farbe hindurch, bis sie komplett mit Farbe bedeckt ist. Danach die Gelatine einfärben. Blüten, Zweige und Blätter auf der Platte verteilen. 


Jetzt ein Papier drauflegen und mit den Händen sorgsam drauf drücken. Das Papier abziehen und aufhängen zum Trocknen.


Der erste Abdruck lässt weisse Leerstellen, wo die Pflanzen gelegen haben. 
Wie du es gut unten im Bild erkennen kannst.


Nimmt man das Pflanzmaterial vorsichtig weg und drückt nochmals ein Papier auf die Gelatineplatte, so gibt es einen zweiten Abdruck, der die Eindrücke der Pflanze in die Platte zeigt. 
Erinnert in Blau und Schwarz an Sunprints oder alte Fotografien. Pascale hat es während des Workshops entdeckt (danke dafür!) und mir gefallen die Zweitdrucke fast am Besten.
Anmerkung: Zähe Blätter und Äste schneiden sich in die Platte und es gibt Risse, die man dann auf den Drucken als Fehlstellen erkennen kann.



Der dritte Abzug erfolgt meist mit einer neuen Farbe und neuen Motiven (z.B. mit Papierschnipseln). Links im Bild das Zwiebelnetz mit Gelb ist ein Erst-Abzug mit zweiter Farbe und freien Papier-Formen. Für den Farbwechsel einfach die Gelatineplatte, das Glas und die Rollen unter fliessend Wasser gut abspülen und mit Haushaltspapier trocknen.


Hier siehst du die fertigen Drucke von uns dreien vom Workshop.




Natürlich gibt es noch ein Gruppenbild mit Carmen und Pascale zusammen :-)


Es hatte sogar noch Blumen übrig, die ich dann die Vase gestellt habe. 


Wenn du selber einmal Gelatinedruck ausprobieren möchtest, kann ich dir das Buch Farbtransfer von Courtney Cerruti sehr empfehlen.

Tipp: Die Gelatineplatte fängt nach ca. zwei Tagen an zu schimmeln. Besser für jeden Workshop neu ansetzen und die Reste der Platte kommt in den Bio-Müll.

Lies auch das: Workshop mit Pflanzenfarben - Bildtransfer-Workshop - Workshop mit Papp mâché - Quer durch den Garten-Koch-Workshop

Herzlichen Dank für deinen Besuch hier im Blog! Über einen Kommentar freue ich mich immer.

Kommentare:

  1. absolut gelungenes Projekt mit tollen Ergebnissen! Sieht nach viel Spass aus!
    heitere Grüsse Britta

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  2. viele interessante bunte pflanze*bilder sind entstanden und es war bestimmt spannend daran teilzunehmen !

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  3. Mit frischen Pflanzen habe ich noch nicht gedruckt, nur mit gepressten. Diese sind dann auch im Winter verfügbar.
    Wenn man die Gelatineplatte über Nacht zugedeckt im Kühlschrank lagert, kann man bis zu zwei Wochen damit drucken. Mit der Zeit entstehen immer mehr kleine und schließlich größere Löcher, die bei den Drucken sehr schöne Strukturen erzeugen. Wenn schließlich die Platte zu wässrig/löchrig wird, schmilzt man sie einfach ein, gibt eventuell noch etwas Gelatine dazu, und gießt sich damit eine neue Platte. Die Kosten werden dadurch drastisch reduziert und man muss nicht sooft etwas wegwerfen. Schimmlig ist mir noch nie eine Gelatineplatte geworden. Das Lagern im Kühlschrank bewirkt auch, dass die kalte Platte viel fester ist, was das Drucken wesentlich leichter macht - besonders an so heißen Sommertagen, wie wir sie jetzt hatten.
    Ansonsten hat mir ihr Tutorial sehr gut gefallen. Ihr ganzer Blog ist wunderbar!

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    1. liebe Elenor
      Herzlichen Dank für die Tipps. Also ab in den Kühlschrank damit!
      Ich schätze es sehr, dass der Beitrag mit Erfahrungen von anderen ergänzt wird.
      lieber Gruss
      Natalie

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  4. WoW! Ich habe diese Technik schon mehrmals bewundert, leider noch nie selber ausprobiert! Die Bilder sehen grandios aus!
    Sonnige Grüße
    Sylwia

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    1. liebe Sylwia
      Herzlichen Dank! Es braucht Vorbereitungszeit und Mut zum ausprobieren. Mit Federn, Zwiebelnetz, Farn und Grünem aus dem Garten gibt es tolle Ergebnisse.
      Probiere es doch einfach mal aus :-)
      lieber Gruss
      Natalie

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  5. Wow, das ist ja cool! Das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Sehr schön sind eure Drucke geworden.
    Herzlichst Nica

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    1. liebe Nica
      Vielen Dank:-) Der Farn fehlt uns noch und der Zweitdruck von Federn...
      Viel Spass beim ausprobieren wünsche ich dir!
      Herzlichst
      Natalie

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