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Freitag, 24. Juni 2016

Abdrücke von Blättern und Verpackungen


Mit welchem Material ich diese Abdrücke gemacht habe? Mit Pulver, das eigentlich für Papier mâché gedacht ist. Es stammt noch vom Workshop bei Carmen und wartet seither auf einen neuen Einsatz. Ein Beitrag bei artprojectsforkids.org/instant-paper-mache-tiles hat mich auf die Idee gebracht, Abdrücke damit zu probieren.
Die erste Idee war, leere Verpackungen zu verwenden. Die zweite Idee dann, es mit Blättern zu versuchen.
Die Vorteile zu Gips und Zement: Es wird nicht heiss beim Abbinden und die Reste entsorgen ist einfacher. Der Nachteil: Das Warten bis es getrocknet ist, dauert wesentlich länger.

1. Versuch mit Verpackungen


Was du dafür brauchst:
- Holzmasse für Papier mâché
- Wasser
- Schüssel
- Löffel und weicher Teigschaber 
- leere Plastikverpackungen (ohne Löcher / sauber ausgewaschen)


Wie es geht:
1. Mische die Holzpaste mit etwas Wasser zu einem Brei. Solange rühren, bis es keine Klümpchen mehr hat. Nicht zu flüssig, da die Trocknungzeit sonst zu lange wird. Links im Bild ist der Brei ideal, in der Mitte schon wieder zu flüssig.
2. Die Masse in die Form füllen und mit dem Teigschaber glattstreichen. Darauf achten, dass alles gut bedeckt ist.


3. Trocknen lassen. Die Schalen haben 3 Tage gebraucht! Vielleicht wäre es in der Sonne ja schneller gegangen.


Das Papier löst sich von alleine und man hört es zwischendurch auch "knacken". Ja nicht vorher rausnehmen, sonst zerreisst es! Warten!
Jetzt könnte ich sie eigentlich noch anmalen...mal noch überlegen.


 2.Versuch mit Blättern
- Paste (Rezept siehe oben) und weicher Teigschaber
- frische Blätter von Hainbuche,Buche, Eiche und Ahorn
- Backpapier als Unterlage


 Wie es geht:
1. Die Blätter werden auf der Vorder-oder Rückseite mit der Paste bestrichen.
2. Vorsichtig am Stil gehalten, auf ein zweites, sauberes Backpapier gelegt. So bekommst du saubere Kanten.


3. Trocknen lassen. Die Blätter waren relativ schnell getrocknet mit etwa 6-12h.


4. Das Blatt vorsichtig ablösen. Am Stil oder der Spitze beginnen.


Nicht alle Blätter lassen sich gleich gut ablösen. Mache sogar gar nicht! Hier ist Fingerspitzegefühl gefragt.


Die Abrücke sind von Vorder-und Rückseiten der Blätter.


Die Blätter vom Feldahorn und dem Haselstrauch haben sich NICHT ablösen lassen.
Habe noch keine Erklärung warum es nicht klappt, im Gegensatz zu den Blättern von Ahorn, Eiche, Buche und Hainbuche.



Buchtipp: Werkstatt Giessen
Herzlichen Dank für deinen Besuch hier bei schaeresteipapier. Über einen Kommentar freue ich mich immer. Verpasse keinen Beitrag mehr und setzt den Blog doch auf deine Leseliste.

Freitag, 20. November 2015

Workshop bei Carmen - Papier mâché


Zum dritten gemeinsamen Workshop hat diesmal Carmen (ein schweizer Garten) eingeladen. Das Thema: Figuren aus Papier mâché. Zur Vorbereitung sind von ihr zwei ganz tolle Figuren entstanden: der Kater Giacomo und eine Nachbildung der Comic-Figur EVA

Sie hat Pascale (Gartenkraut) und mich gebeten uns im Vorfeld die gewünschten Figuren auszusuchen. Zuerst gefielen mir auf pinterest Agenten-Kletterfiguren aus Spülmittelflaschen, dann entdeckte ich ein mobile mit einer Artistin, die einen Ball hält. Bingo!

Das Skelett besteht aus Alu-Draht (Gartencenter), WC-Papierrolle, Styroporkugel und Holzspiess.


Dieses wird dann mit Alufolie umwickelt und geformt. Danach mit Maler-Abdeckband umwickelt.  Der Ball ist aus einem Knäuel Altpapier und hat einen Trinkhalm in der Mitte, wo der Draht der Arme drinsteckt. 


Hier schaut Carmen Pascale beim Formen einer Figur über die Schulter. 


Pascal's Nikolaus und sein Begleiter sind schon auf dem Tisch unterwegs zwischen Tassen, Folien und Klebebändern...


Hier siehts du Carmen's Fuchskopf (Gemüse-Plastikschale, PET-Flasche und Karton) fertig verklebt. Bereit für den Auftrag der Paste. Diese haben wir dann erst zu Hause aufgetragen, da die nasse Paste einen Transport nach Hause nur schlecht überstanden hätte.


 Die Möglichkeit Kleidung darzustellen hat mich sehr angesprochen und darum hat die Figur zu Hause dann noch eine Trainerjacke mit Kapuze und Hosen "angezogen" bekommen.


Das Papier mâché mit dem Carmen arbeitet ist eine Mischung aus Zellulose und Wasser im Verhältnis 1:1 mit weichem Pinsel aufgetragen. 
Beim Einkaufen für den Workshop hat Carmen für uns auch Papier mâché Pulver besorgt, nur war dieses (ein Versehen) aus Holzmasse anstatt Zellulose. Tant pis! (Macht doch nichts)
Die Holz-Paste wird im Verhältnis 3:1 angerührt und muss dann eine Stunde ruhen. Aufgetragen habe ich sie mit einem Modellierwerkzeug (Spachtel). Es hat drei Mal gebraucht (oben, unten, ausbessern) bis die Figur ganz bedeckt war mit der Paste.


Ich habe sie dann noch gründlich abgeschliffen. Danach waren noch ein paar kleine Löcher zu schliessen. Paste oder Plakatfarbe? Habe mich für einen Auftrag mit unverdünnter Farbe entschieden. Die Figur soll monochrom bleiben, mit dem Farbton bin ich noch nicht ganz zufrieden. Das Trapez habe ich mit einem Mikado-Muster bemalt. 
Ein Blick auf die Vorlage zeigt, dass die Kugel einiges grösser ist und somit auch der Abstand zwischen den Armen und dem Kopf. Die Unterschenkel und Füsse sind mehr abgespreizt. Somit lässt sich die Figur viel besser bearbeiten!


Pascal's Nikolaus hat sein seinen roten Umhang und die Mütze bekommen und schaut nachdenklich drein. Wenn du wissen möchtest, wie sein Begleiter jetzt aussieht, dass klicke HIER drauf.


So, noch ein Foto der Gastgeberin mit ihren zwei Workshop-Teilnehmerinnen! 


liebe Carmen, herzlichen Dank für's ausrichten des tollen Workshops und die herzliche und kreative Atmosphäre, die du und deine Familie geschaffen haben! So lässt es sich wunderbar werkeln. 

Zu Carmen's Bericht über den Workshop mit dem fertigen Fuchskopf geht's HIER entlang.

Du hast die Beiträge über die zwei vorhergehenden Workshops von Carmen, Pascal und mir verpasst? Pflanzenfarben selber herstellen und Bildtransfer

Bildnachweis: Carmen Siegrist-Scherrer (Bild 1,2, 4-6), Pascal Treichler (Bild 11), Natalie Kramer

Ich würde mich  freuen, wenn du mir einen Kommentar schreibst und demnächst wieder bei mir reinschaust! Du kannst meinen Blog auch gerne auf deine Leseliste setzen oder per e-mail (oben rechts) abonnieren.

Mittwoch, 9. September 2015

Pflanzpapier aus Sonnenblumen - Papier mâché mit Blütenblättern und Kernen


Ich wollte schon seit zwei Jahren im Frühling diese tollen Pflanzpapiere aus Eierkarton und Blumensamen machen. Nur war die Zeit mit Valentinstag-und Osterbasteleien so ausgefüllt, dass ich nie dazu gekommen bin. 
Als bei meinem Sonnenblumenstrauss die ersten Blätter zu Boden fielen, dachte ich, wie schade, so schöne gelbe Blätter...was ich wohl damit machen könnte? Warum nicht die Sonnenblume im Herbst zu Pflanzpapier verarbeiten? Gesagt, getan...

Was du dafür brauchst:
- 2 mittlere bis grosse Sonnenblumen*
- vom 6-Eierkarton der Boden oder ein ganzer 4er-Karton
- Taschentücher oder Haushaltspapier
- Seidenpapier (Blätter pressen)

* Ich habe mit pollenfreien Sonnenblumen gearbeitet, wegen meinem Heuschnupfen


- Papierschöpfrahmen (Habe ein Bratpfannen-Spritzschutzsieb verwendet)
- Blumen-Keksform
- Stabmixer
- Teller und Schüssel
- Löffel
- Schwamm
- Abtrocknungstuch

Zeitaufwand: Blätter pressen 15min./Wartezeit 1 Woche; Eierkarton einweichen 15min./über Nacht einweichen; Karton mixen und Papier schöpfen 60min./Trockenzeit über Nacht und 1 Nachmittag an der Sonne; Papier lochen und auffädeln 15min.

Tipp von Ghislana: Die Blätter müssen gar nicht getrocknet werden und zugeschnittenes Zeitungspapier anstatt Taschentücher!


Wie es geht:
1.  Die Blütenblätter sorgsam ausrupfen und zwischen Seidenpapier legen. Mit ein paar Büchern drauf eine Woche lang pressen.


2. Bei der Blüte die Kerne freilegen. Achtung, bei diesen Sonnenblumen (braun) ging das super. Bei einer anderen hatte ich nachher 2 Tage lang dunkle Flecken an den Händen. Kurz testen ob sie abfärben und wenn ja besser mit einem Löffel freilegen. Raus an die Sonne legen zum trocknen. Danach die Kerne ernten. Aufpassen, dass die Vögel sich den Leckerbissen nicht holen :)


3. Am Abend den Eierkarton in kleine Stücke reissen und mit einem Glas Wasser zusammen über Nacht einweichen.


4. Den eingeweichten Karton mit dem Mixer möglichst fein pürieren. Den Stabmixer danach gut reinigen.


5. Die getrockneten Blütenblätter und Sonnenblumenkerne daruntermischen. Die Keksform auf das Sieb legen, das auf dem Teller liegt. Die Masse mit dem Löffel raus schöpfen und die Form auf 3/4 Höhe füllen.

6. Mit dem Daumen solange runterdrücken, bis das meiste Wasser herausgepresst ist.


7. Mit dem Schwamm vorsichtig drauf drücken, um noch mehr Wasser rauszubekommen.

8. Das Handtuch mit Taschentücher darauf bereitlegen. Das Sieb stürzen, ev. leicht schütteln, damit die feuchten Papier-Blumen sich lösen. Neues Taschentuch drauf und weitere Blumen schöpfen...Bei mir gab es 12 Papierblumen.


9. Nochmals ein Taschentuch darüber legen. Das Ganze über Nacht pressen. Ich habe dafür ein Stück Backpapier zugeschnitten und ein altes schweres Buch draufgelegt.


Noch etwas feucht, habe ich sie nachmittags in die Sonne gelegt. Sie waren in zwei Stunden ganz trocknen und auch heller (gebleicht).


Danach habe ich sie gelocht und auf eine Schnur aufgefädelt.


Das Sonnenblumen-Pflanzpapier ist bereit für den nächsten Frühling! 

Fazit: Er war toll, sich so mit der Sonnenblume zu beschäftigen und Papier mâché mit Keksformen zu machen. Schade fand ich, dass am Schluss von den gelben Blütenblättern so wenig zu sehen ist. Bräuchte wohl mehr oder erst am Schluss reinpressen. Auch finde ich sie recht "schrumpelig"...Der violette Eierkarton könnte auch gut zu den gelben Blättern passen...


Pflanzpapier verwenden: 
Mitte April einen Topf mit Erde füllen, die Papierblume hineinlegen und mit etwas Erde bedecken. Regelmässig giessen und an einem hellen und frostsicheren Ort aufstellen. Wenn die Setzlinge etwa 3-4cm hoch sind, sie herausnehmen und falls sich der Karton noch nicht aufgelöst hat, vorsichtig auseinander schneiden. Die Setzlinge in grössere Töpfe umtopfen, regelmässig giessen und an einem sonnigen Platz aufstellen.


Das Thema von Papierliebe am Montag bei Susannes Blog nahtlust.de ist im Oktober "Veränderung".  Da nehme ich mit meinem Pflanzpapier aus Eierkarton und Sonnenblumen doch gerne teil.

Tipp: Ghislana hat eine sehr gute Anleitung für's Papierschöpfen geschrieben: jahreszeitenbriefe/papierschopfen-eine-basis-anleitung. Freue mich schon auf Teil 2.

Ich würde mich  freuen, wenn du mir einen Kommentar schreibst und demnächst wieder bei mir reinschaust! Du kannst meinen Blog auch gerne auf deine Leseliste setzen oder per e-mail (oben rechts) abonnieren.

Freitag, 9. August 2013

Schale aus Altpapier


Von den DIY-Projekten 2013 auf blogs und pinterest gefällt mir bisher die Papierschale am Besten. Im Unterschied zu normalen papier mâché-Projekten werden sie nicht bemalt. Die Papierauswahl ist wichtig, präzise Form (runder Stanzer) und schöne Schüsselform sind entscheidend. Zum kleben wird Tapentenkleister oder selbst gemachter Mehlkleber verwendet. Dreierlei Geschenkpapier geht gut oder ich habe Pflanz-und Möbelprospekt (oben) gemischt. Die zweite Schüssel ist aus einer Zeitungsbeilage auf der ich silbrige Plakatfarbe verstrichen hatte (Reste auf der Palette nach Malaktion).

Was es braucht:
- Altpapier : Zeitungen, Prospekte, Geschenkpapier
- Papier-Stanzer, meiner hat einen 7cm-Durchmesser
- Leim: Tapetenkleister oder Mehlkleber*
- grosser Pinsel
- Schüssel ohne Rand am Boden, meine hat 15cm Durchmesser und ist 6cm hoch
- Cellophan-Folie

Papierstanzer gibt es in Papeterien, Bastelgeschäften oder online. Ihr könnt natürlich auch einen Kreisschneider verwenden. Mit Zirkel und Schere geht auch, braucht aber deutlich mehr Zeit.

* Rezept für Mehlkleber: 1,5-2 dl Wasser, 3 dl Mehl, 1/2 Tl Salz und 1/4 TL Weinsteinpulver in einer Pfanne aufkochen. Rühren und so lange kochen bis die Masse durchsichtig wirkt. Abkühlen lassen und in ein Einmachglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Mit Weinstein mehrere Wochen haltbar, sonst nur einige Tage. Den Kleber mind. einen halben Tag vorher zubereiten. Das Rezept ist nachgekocht aus dem Buch Krims-Krams-Kiste, JoJo-Verlag

Wie es geht:


1. Stanzt etwa 30-40 Kreise aus.
2. Deckt den Tisch ab und legt eine Schüssel verkehrt herum drauf. Deckt sie mit Cellophan-Folie ab.
3. Die Schüssel wird aus zwei Schichten bestehen. Zuerst die Kreise aufkleben, die ihr im Inneren sehen möchtet. Mit Pinsel flächig mit Leim bestreichen und dann auf die Schüssel drücken. Die Kreise überlappen sich.


4. Zweite Runde mit den Kreisen, für die Aussenseite.
5. Trocknen lassen. Am besten über Nacht. Pinsel gut auswaschen! Vorsichtig ablösen. 

Was kommt in die Schale hinein?


Getrocknete Rosenblätter und bald vom Lavendel......



Merci für's reinschauen und ich freue mich immer über euren Kommentar!